Saubere Sache – selbstgemachte Seife

Jetzt endlich ist es so weit: Ich habe meine erste wirklich selbstgemachte Seife probiert!

Unter Anleitung hatte ich schon einmal Seife gemacht. Wegen der ganzen Warnhinweise und der kompliziert aussehenden Berechnung von Fett, Wasser  und Natron hatte ich mich lange nicht ran getraut. Gereizt hat es mich aber schon, das Seifemachen.

Ich wollte Seife machen, die alltagstauglich ist und aus nicht zu exotischen Ölen bzw. Fetten besteht. Duften braucht Seife bei mir nicht, aber vielleicht irgendwie nett aussehen.

Mitte Juni hatte ich festgestellt, dass mein Olivenöl nicht mehr gut war. Das war es die  Gelegenheit eines meiner vielen schon lange abgespeicherten Seifenrezepte auszuprobieren!

Wegen der ausreichenden Belüftung, für die man ja beim Seifemachen sorgen soll, habe ich mir den Tisch auf der Terrasse hergerichtet.

Meine Zutaten für eine Seife mit 10% Fettüberschuss

  • 368 g Kokosfett (so ein Würfel, wie es ihn schon zu Großmutters Zeiten gab)
  • 250 g Olivenöl
  • 125 g Rapsöl
  • 125 g Sonnenblumenöl
  • + 86 g Rapsöl als Fettüberschuss
  • 285 g Regenwasser aus der Zisterne
  • etwas Paprika edelsüß als Farbe
  • eine Hand voll getrocknete Rosenblätter
  • 121 g Ätznatron ***Sicherheit siehe unten  (Ätznatron=Natriumhydroxid=NaOH)

Anleitung

Vorbereitung:

  • Tisch – am besten im Freien – abdecken, so dass die Oberfläche keinen Schaden nehmen kann
  • alle Materialien bereit stellen (Ätznatron bleibt noch verschlossen!)
  • geeignete Behälter bereit stellen. Aluminium ist ungeeignet, am geht besten Plastik
  • Seifenform(en) bereit stellen, z.B. Silikon- oder Holzform
  • Waage, Löffel und Stabmixer (inkl. Stromanschluss) bereit stellen
  • Öle/Fette und sehr kaltes Wasser abwiegen
  • sonstige Beigaben, wie Farben, Kräuter, Blütenblätter usw. bereit stellen
  • Schutzkleidung anlegen (lange Ärmel, lange Hose, Handschuhe, Schutzbrille)
  • Ätznatron abiegen und trocken an die Seite stellen

Herstellen der Seife:

  • Ätznatron unter ständigem vorsichtigen Rühren zum Wasser geben. Ätznatron zum Wasser – nie umgekehrt!  Achtung: Die Lauge wird sofort heiss, die Dämpfe sind hochgiftig! Weiterrühren, bis die Flüssigkeit wieder klar wird. So lange abkühlen lassen, bis die Lauge nur noch warm ist. (Außen an der Schüssel testen, nicht in die Lauge fassen.)
  • Öle/Fete in einem Topf erwärmt bis sie flüssig sind
  • wenn Öle/Fette und die Lauge etwa die gleiche Temperatur haben, Lauge vorsichtig zu den Fetten geben und mit dem Stabmixer so lange rühren bis eine puddingartige Masse entsteht
  • sonstige Beigaben wie Farben, Kräuter, Blütenblätter dazu geben (kann man auch weglassen)
  • fertige Masse in die Seifenform(en) gießen und abdecken
  • mindestens 24 Stunden stehen lassen, anschließend mit Gummihandschuhen prüfen, ob die Masse so fest ist, dass man sie aus der Form nehmen kann
  • Masse ausformen, schneiden und auf einem Holzbrett für mindestens 6 Wochen trocknen und reifen lassen. In der Zeit sinkt der ph-Wert und die Seife wird milder.

Die Seife ist gut geworden. Ich bin zufrieden! 🙂

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***Sicherheit

Ätznatron ist ein gefärliches Zeug, aber beherrschbar, wenn man ein paar wichtige Regeln beachtet:

  • Hautkontakt vermeiden: daher Handschuhe und Kleidung tragen, die die Haut abdecken. Bei Hautkontakt sofort gründlich mit Wasser und Seife abwaschen, danach einen Arzt aufsuchen.
  • Augenkontakt vermeiden: daher eine Schutzbrille tragen:
    Bei Augenkontakt die geöffneten Augen mehrere Minuten unter fließendem Wasser ausspülen, danach einen Arzt aufsuchen.
  • Dämpfe nicht einatmen: daher für ausreichend Lüftung sorgen. Nach Einatmen der Dämpfe sofort an die frische Luft gehen, einen Arzt aufsuchen oder in ganz schlimmen Fällen Notruf anrufen.
  • Nicht verschlucken: daher nie in der Nähe von Lebensmitteln lagern oder verwenden. Nach Verschlucken, viel Wasser nachtrinken, nicht erbrechen, Arzt aufsuchen.

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