Mein Buch ist voll. Ein neues muss her.

Wie man aus gebrauchtem Papier ein neues Notizbuch herstellt.

Früher benutzte ich Notizzettel, aber irgendwie war das nicht das Richtige für mich. Entweder sie waren plötzlich verschwunden, oder ich habe sie vergessen oder, oder…
Irgendwann las ich dann den Tipp, ein Buch statt der 1000 Zettel zu benutzen. So ein Buch ist zumindest schneller wieder aufzufinden, als ein Zettel. 😉

Ja, so ein Buch passt besser zu mir.

Heute habe ich zwei Notizbücher im Gebrauch.
Das eine ist A6 groß und ist mein Buch für alles außer Haus. Dort schreibe ich zum Beispiel die Einkaufslisten hinein.
Das andere ist A5 groß und beinhaltet alles, was ich eben mal schnell notieren will: To-Do-Liste, ausprobierte Rezept und sonstiges und eben dieses Buch ist nun voll. Ein neues muss her!

Im Laufe der Zeit sammeln sich einseitig bedruckte Werbebriefe, zu viel gedrucket Seiten von Hausarbeiten und und und
Mir ist dieses Papier einfach (noch) zu schade um weggeworfen zu werden.

Das ist das Material, aus dem meine Bücher sind!

Außerdem werden

  • 2 dünne Stoffstreifen
  • etwas Nähgarn (+Nähmachine)
  • Klebstoff (ich nehme weißen Holzkleber, weil der elastisch bleibt)
  • festeren Karton, Größe A4 oder 2x A5 als Buchdeckel

benötigt.

Es ist nicht schwer diesen Materialien ein Buch herzustellen. Ich habe Fotos gemacht und denke, dass es so gut verständlich ist.

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1. Jeweils 5 Blätter Papier werden in der Mitte gefaltet.
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2. Die jeweils 5 Blätter werden auf dem Mittelknick zusammengenäht. Das geht mit der Maschine, aber auch mit der Hand.
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3. So sieht die Mittelnaht aus. Die überstehenden Fäden werden nicht! abgeschnitten, sondern später mit in den Rücken geklebt.

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4. Jetzt schneidet man sich einen dünnen Baumwollstoff zurecht. Er sollte so lang, wie die Papierseiten und etwa 2 cm breit sein. Damit werden im nächsten Arbeitsschritt die zusammengenähten Papierpäckchen zusammnegeklebt.
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5. Jetzt geht es in der Werkstatt weiter: Im Schraubstock falze ich die Blätter noch einmal fest nach.
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6. Die alte Werkbank hält das Papierpaket fest, während ich den Stoffstreifen mit Klebstoff auf den Blätterrücken klebe. Die langen Seitenfäden vom Nähen werden hier mit an den Rücken geklebt. Das verhindert, dass die Nähte später aufgehen.
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7a. Nach etwas Trockenzeit schneide ich den Stroffstreifen an den Seiten ab. Erst grob…
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7b. …dann mit einer scharfen Schere möglichst bündig. Das Muster, das jetzt seitlich auf dem Papier zu sehen ist, stammt vom Schraubstock.
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8. Das wird der Buchdeckel. Hier ist es die Pappe eines alten Schreibblockes. Es geht aber auch jede andere Pappe in der richtigen Größe.
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9. Die beiden Papphälften werden bündig auf und unter den Papierstapel gelegt.
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10. Zwei Wäscheklammern halten die Pappe fest, während ich den zweiten Stoffstreifen als Buchrücken klebe.

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11. Nun fehlt noch ein Lesezeichen. Ein Wollrest ist dafür gerade richtig.
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Lesezeichenkordel eingefädelt und den selbstgenähten Umschlag vom alten Buch drum.

Fertig!

Die Punkte 5 bis 7 könnte man überspringen.
Das Nachfalzen mit dem Schraubstock (Punkt 5) bewirkt, dass das fertige Buch später eng geschlossen liegt.
Punkt 6 und 7 habe ich eingeführt, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass doppelt geklebt besser hält. Ein Buch war mir mal auseinander gefallen.

Wenn meine Bücher voll geschieben sind, sichte ich sie noch einmal. Die Notizen, die aufhebenswert sind, übertrage ich an die entsprechende Stelle im Computer, der Rest kommt in den Reißwolf.

 

Viel Spaß beim Nachbasteln! 😉