Berlin, Berlin …, Teil 1


Hinfahrt mit einem sehr schönen halben Tag Zwischenstopp in Magdeburg, Übernachtung und Weiterfahrt am nächsten Morgen nach Berlin und Gedanken zum Bahnfahren allgemein.


Sonntag „heute voraussichtlich gegen“ 7:58 Uhr Abfahrt des ICE 374 aus Karlsruhe, Umstieg in Braunschweig und Ankunft in Magdeburg „heute voraussichtlich gegen“ 13:54 Uhr.

Ich bin schon lange nicht mehr mit dem Zug gefahren, um so mehr war ich (nicht ganz uneingeschränkt) positiv überrascht von dem Komfort, den die Bahn heute bietet. Es war ruhig, es war sauber, es gab Internet, die Toiletten waren zumindest optisch sauber.

Die viel beschimpfte Pünktlichkeit der DB:

7 Stunden für diese Strecke in einem ICE, der für Hochgeschwindigkeit ausgelegt ist und dann abschnittweise wegen maroder Gleise 70 km/h fuhr… naja.
Ja, die Bahn ist oft unpünktlich und ja, das kann einen ganz schön nerven – vor allem, wenn man Pendler ist und nie weiß, ob, wann und wie man sein tägliches Ziel in überfüllten Zügen erreicht.
Die Zugansage „Der ICE erreicht den Bahnhof xyz heute voraussichtlich gegen… Uhr“ wird tatsächlich so getätigt und ist, wie ich meine nicht gerade ein positives Aushängeschild  für ein solches Unternehmen.

Die Preise:

Die Normalpreise sind, verglichen mit denen in den benachbarten Ländern hoch. Selbst die Monats-Pendlerkarten und Schüler-Monatskarten nicht gerade preisgünstig. Ärgerlich ist, dass die Tickets in jedem Jahr, u.a. mit dem Versprechen pünktlicher zu werden, teurer,  die Verspätungen aber kaum weniger werden.  Ein deutlicher Minuspunkt.

Sparmöglichkeiten

Es gibt die Sparmöglichkeiten mit der Bahncard, aber Obacht: Bevor man sich für eine Bahncard 50 entscheidet, man sollte man mal die Preise von vorher festgelegten Routen mit Bahncard 25 und mit Bahncard 50 vergleichen. Es ist mir nicht verständlich, dass man mit Bahncard 50 manchmal mehr! bezahlt, als mit Bahncard 25. Bis zu dem Fernsehbeitrag vor ein paar Monaten dachte ich, dass der Rabat 50% bzw. 25 % vom Normalpreis beträgt. Das ist ein Irrglaube.  Staun und wunder.
Eine weitere Sparmöglichkeit ist, die Tickets möglichst frühzeitig zu kaufen, weil man dann noch einen der Sparpreise erhalten kann. Diese sind dann allerdings -im Gegensatz zu den Normal-/Flexpreisen an bestimmte Züge gebunden. Damit will man die Zugbelegung steuern. Je mehr Fahrgäste erwartet werde, desto teuer die Fahrkarte. Somit sind Fahrten unter der Woche sehr früh morgens oder spät am Abend oft günstiger, als z.B. an einem Freitag Mittag.
Ich habe für die Fahrt am Sonntagmogen mit Bahncard 25 und Zugbindung 64 € bezahlt. Ist in Ordnung, finde ich. Der Normalpreis am Freitag Mittag wäre knapp 182 € gewesen.

Reiseplanung

Abgesehen von den Sparmöglichkeiten (siehe oben) sollte man sich überlegen, wieviel Zeit man für einen Umstieg einplanen will. Dabei sollten mindestens

  • die Bahnhofsgröße wegen der Wegstrecken von Bahnsteig zu Bahnsteig
  • das mitgeführte Gepäck und
  • die eigene Mobilität

berücksichtigt werden.

Auf der Internetseite der DB kann man diese Umsteigezeit einstellen.

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Ich habe mich für „mindestens 10 Minuten“ entschieden, weil ich die mögliche kleinere Verspätung des ersten Zuges einkalkulieren wollte.

Mein Fazit zur Hinreise:

Wenn man ein sich ein paar Gedanken bei der Reisevorbereitung macht, kann man lange Strecken sehr gut mit der Bahn fahren.

Die Rückreise im Zeitraffer

ICE 695 in Berlin eingesetzt, trotzdem schon 30 Minuten Verspätung bei der Abfahrt. Bis auf 15 Minuten aufgeholt in Frankfurt am Main, Umleitung wegen Unwetterschaden zwischen Frankfurt und Mannheim, damit dann 45 Minuten Verspätung im Mannheim. Längerer Aufenthalt in Mannheim wegen Richtungswechsel (keine Ahnung warum). Ankunft in Karlsruhe mit 57 Minuten Verspätung. Sprint durch den nächtlichen Bahnhof auf den Bahnhofsvorplatz. Vorletzte Stadtbahn vor der Nachtpause noch bekommen, anschließend 5 Minuten Autofahrt. Ankunft zu Hause 1 Uhr 20.  Katzenwäsche, Wecker gestellt. Im Bett 1 Uhr 35. Geschlafen schon bevor der Kopf das Kissen erreicht hatte. 😉

Fazit:

Ich werde diese Reisemöglichkeit in Zukunft wohl trotzdem wieder mal nutzen. Auf die Unzulänglichkeiten muss man sich halt einstellen.

 

Und was mir noch wichtig ist:

Ein Dank an die Zugbegleiter!, die oft genug die „Prügel“ für die Verspätungen, Zugausfälle oder andere Unannehmlichkeiten einstecken müssen, obwohl sie diese gar nicht zu verantworten haben. Sie sind oft genug die Krisenmanager, die kaum Dank erhalten. Die zwei Zugbegleiter, die mir auf diesen Fahrten begegnet sind, hatten es wirklich drauf, mit ihren hilfreichen Tipps völlig aufgeregte Reisende zu beruhigen. Cool, freundlich und manchmal auch mit einem Augenzwinkern.
Bei der nächsten Panne mit der Bahn: Bitte geht davon aus, dass diese Leute bemüht sind, ihren Job so gut es geht machen. Wir sollten ihnen so begegnen, wie wir uns es von ihnen wünschen.

 

 

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