Zwischen Vernunft und Panik

Die Zeit vor der (womöglichen) Ausgangssperre.    – Teil 2 –


Unsere Landesregierung hat ihre Rechtsverordnung gegen die Ausbreitung des Coronavirus geändert. Ab heute, Samstag, den 21. März 2020 gilt, dass Menschenansammlungen von mehr als 3 Personen im öffentlichen Bereich verboten sind. Restaurants werden nun auch geschlossen. Kontrollen und Strafen bei Zuwiderhandlungen werden angedroht.

Diese Regelungen gehen der Stadtverwaltung meines Wohnortes nicht weit genug.  Sie konkretisiert die Maßnahmen und hat nun (endlich) auf ihrer Homepage tagaktuelle  Informationen zusammengestellt.

Die örtliche Feuerwehr fährt schon den ganzen Vormittag durch den Ort, hält alle paar Häuser an und verlist die neuen örtlichen Regelungen in Kurzform via Lautsprecher, damit es nun auch der Letzte mitbekommt.

Die Stadt erlässt folgende Allgemeinverfügung: 

„1. Das Betreten öffentlicher Orte ist untersagt. Zu den öffentlichen Orten zählen insbesondere Straßen, Wege, Gehwege, Plätze, öffentliche Grünflächen und Parkanlagen.

2. Ausgenommen vom Verbot nach Ziffer 1 sind Betretungen,

a) die zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Leib, Leben und Eigentum erforderlich sind;

b) die zum Zwecke von medizinischen, psychotherapeutischen oder vergleichbaren Heilbehandlungen erforderlich sind;

c) die der Betreuung und Hilfeleistung von unterstützungsbedürftigen Personen dienen;

d) die zur Deckung der notwendigen Grundbedürfniss des tägichen Lebens erforderlich sind (Vgl. § 4 Abs. 3 der Corona-VO der Landesregierung vom 17.03.2020: Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte , Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser , Drogerien, Tankstellen, Banken u. Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf , Hofläden, Raiffeisen-, Bau-, Gartenbau und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel);

e) die für berufliche Zwecke einschließlich der Unterbringung von Kindern in der Notbetreuung erforderlich sind;

f) wenn öffentliche Orte im Freien alleine, zu zweit, mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren betreten werden sollen. Bei der Inanspruchnahme von Ausnahmen d) bis f) ist sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird.

3. Die Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs ist nur für Betretungen gern. Ziffer 2 Buchstaben a bis e zulässig, wobei bei der Benutzung ein Abstand von mindestens 1,50 m gegenüber anderen Personen einzuhalten ist.

4. Bei Kontrollen durch die Polizei und den städtischen Vollzugsdienst sind die Gründe, warum eine Betretung gern. Ziffer 2 zulässig ist, glaubhaft zu machen.

5. Die Regelungen nach Ziffern 1 bis 4 dieser Verfügung treten am Tag nach der Bekanntmachung (0.00 Uhr) in Kraft. Sie gelten vorerst bis 19.04.2020, 24.00 Uhr.

6. Für Verstöße gegen die Regelungen dieser Verfügung wird die Anwendung von unmittelbarem Zwang angedroht.“

Quelle

Da ich mich schon aus vernunftsgründen an die bisher geltenden Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes gehalten habe, wird sich für mich erst einmal nicht viel ändern.

Heute ist es auf dem Sofa eh gemütlicher als draußen bei dem nasskalten Regenwetter. Morgen soll es sonnig werden, dann werde ich in den Wald gehen um etwas Bärlauch zu pflücken. Auch Girsch ist schon erntereif. Noch ist das nicht verboten.