FAQs zu meinem Essenplan, zur Vorratshaltung und zum Einkaufen


Da Anja mich mit ihrem Kommentar nicht die Erste war, die mich nach meinem Essenplan und dem dazu gehörenden Einkauf gefragt hat, will ich heute nun mal etwas mehr darüber schreiben. Vielleicht klärt das einige Fragen, vielleicht wirft das auch neue Fragen auf? Mal schauen. Wer weitere Fragen hat, fragt einfach. 😉

An Anjas Kommentar werde ich mit etwas entlang hangeln. Das macht es mir etwas leichter.

Zum Essenplan

Den Essenplan aufzustellen ist ein kontinuierlicher Prozess. Ich setze mich nicht hin und stelle ihn in einem Stück zusammen.

Am Jahresanfang mache ich mir die Excel -Tabelle für das ganze Jahr nach diesem Schema.


In der ersten Spalte steht der Wochentag, in Spalte 2 kommt das Datum, in Spalte 3 mein Anhaltspunkt, was es für ein Essen sein könnte, damit es nicht 3 Tage hintereinander Nudeln gibt, dann kommt in Spalte 4 meine Notiz, wenn jemand beim Mittagessen nicht da ist oder unterwegs auf der Dienstfahrt etwas zum Essen braucht, oder Besuch da ist, usw. In Spalte 5 kommt der Hauptgang, in Spalte 6 der Nachtisch oder Salat oder die Beigabe.

Wenn das Fernsehprogramm nicht meine volle Aufmerksamkeit braucht, ich im Sonnenschein auf der Terrasse sitze und etwas Beschäftigung brauche oder wenn mir mal ein interessant klingendes Rezept über den Weg läuft, schreibe ich an dem Essenplan. So füllt er sich nach und nach.
Grob geplant ist dann ca. 4 bis 5 Wochen im Voraus. Das heißt, ich habe dann alle Essen zusammengestellt. Ob es dann nun wirklich am Dienstag die geplante Suppe gibt, oder erst am Donnerstag, hängt von den äußeren Umständen ab. Das schiebe ich dann, wenn alle (meist Dienst-) Termine stehen. Wichtig ist mir der Plan halt zum Einkaufen. Das WAS ist geplant, das genaue WANN kann auch mal variabel sein. So starr ist der Plan dann doch nicht.


Zum Kochen, Konservieren und frisch halten

Zitat von Anja: „Die Gerichte sind ja unterschiedlich aufwendig, da musst du ja 3 Wochen vorher wissen, ob du die Zeit zum Kochen hast …?

Da ich mehr als 30 Jahre Kocherfahrung habe, gehen die Arbeitsabläufe recht fix – vorausgesetzt mir wuselt nicht jemand zwischendrin in der Küche rum 😉
Das zweite was Zeit spart ist, dass ich von den Gerichten, die lange Kochen oder schmoren müssen, oder die sich gut konservieren lassen, gleich mehrere Portionen koche und dieses dann je nach Gericht einkoche oder einfriere. So habe ich Essen, die eigentlich lange Zubereitungszeiten haben, schnell auf dem Tisch.

Beispiele: Rouladen und Rotkohl sind fertig eingekocht, Knödel dazu mache ich frisch. So habe ich in weniger als 30 Minuten das Sonntagsessen auf dem Tisch stehen.

Suppen und Eintöpfe gehen ruck-zuck, wenn man die Brühe nur aus dem Kellerregal, Gemüse aus dem Garten oder dem Frost holen muss und / oder Hülsenfrüchte über Nacht eingeweicht hat.  

Für Frikassee koche ich die Klößchen ein, wenn ich Hackfleisch gekauft habe. Dann brate ich aber auch gleich noch Hackfleisch mit Zwiebeln und Gewürzen an und habe so eine Grundlage für Tomatensoße oder eine (Kartoffel-)Suppeneinlage oder einen Brotbelag für ein kräftiges Abendessen nach einem arbeitsreichen Tag und mache Bratklößchen, die man ebenfalls einkochen oder einfrieren kann. Einmal Arbeit, mehrere Gerichte vorbereitet. 😉
Hühnerfleisch für das Frikassee fällt vom Brathähnchen irgendwann zuvor ab. Die Knochen des Hähnchens ergeben eine herrliche Brühe. Wenn es also Frikassee geben soll, hole ich ein Glas Kochklößchen und ein Glas Hühnerfleisch in Brühe aus dem Keller, gebe fische Pilze und in Stücken eingefrorenen Gartenspargel dazu. Die „Kapern“ stehen von der letzten Ernte im Kühlschrank. Schon habe ich alle Komponenten.
Der Reis dazu kocht, wenn ich die Soße für das Frikassee herstelle. Aufwand maximal 30 Minuten.

Aufwendigen Gerichte koche ich also selten in einem Stück.


Zur Vorratshaltung

Trockene Vorräte halten sich beinahe! ewig. Aber natürlich sollte man sie im Blick behalten, damit sie am Ende nicht doch weggeworfen werden.
Ich habe im Küchenschrank Gläser mit Schraubdeckel, in denen verschiedene Bohnen, Erbsen, Linsen, Reis, Quinoa, Hirse usw. aufbewahrt sind. Im Keller habe ich jeweils noch eine Packung in Reserve. Wenn das Glas leer ist, hole ich die Reserve aus dem Keller und kaufe eine Packung neu für den Keller nach. (Kreislaufprinzip)
Bei Mehlen mache ich es auch so.

Die Vorratshaltung für frische Lebensmittel ist da schon eine größere Herausforderung.

Obst brauche ich nicht so viel kaufen. Wir haben unseren Jahresvorrat an Beeren eingefroren, die wir täglich zum Frühstück essen. Äpfel hatte ich im Herbst eingelagert. Den letzten haben wir Anfang Mai gegessen. Birnen gab es aus eigener Ernte bis Anfang Dezember. Dieses super transportfähige, dafür aber recht geschmacklose Obst aus dem Supermarkt findet bei uns nur recht begrenzten Zuspruch. Die einzige Ausnahme sind wohl Bananen.

Gemüse kaufe ich was ich für meine geplanten Gerichte brauche. Die Planung beinhaltet auch die Haltbarkeit der Zutaten nach dem Kauf und damit die Reihenfolge der Gerichte nach dem Kauf der Zutaten.

Beispiele für die Vorratshaltung von frischem Gemüse:

Kleingeschnittene Paprika für Suppen und Soßen kann man gut einfrieren. Die werden eh gekocht und sind dann sowieso nicht mehr knackig. Diese Paprikastücken kann man auch gefroren auf die Pizza geben. Wenn nach wenigen Minuten die Pizza fertig gebacken ist, haben die Paprikastücke immer noch etwas Biss.

Blumenkohl – das angefragte Beispiel: Wenn man ihn nach dem Kauf von seinem Blätterkranz befreit und in Röschen geschnitten in einem mit einem Teller abgedeckten Topf im Kühlschrank aufbewahrt, hält er sich einige Tage.
Die dicken Blattadern und den Strunk werfe ich nicht weg. Was holzig ist, wird geschält. Aus den zarten Teilen kann man z.B. eine Blumenkohlcremesuppe machen.

Möhren habe ich fast das ganze Jahr über im Garten. Nur im Frühjahr muss ich sie dazu kaufen. Leider werden die gekauften sehr schnell unansehnlich und weich, es sei denn, man wickelt sie in ein Wachstuch ein und legt sie ins Gemüsefach im Kühlschrank.
Möhren, die für Bolognese gedacht sind, kann man aber auch fein reiben und dann portionsweise einfrieren. In der heißen Pfanne tauen sie ganz schnell auf.

Salate: Im Winter gibt es Wintersalate, z.B. aus Chinakohl, Rot- oder Weißkohl, Möhren, Äpfeln, Nüssen, Orangen (die wir 1x im Jahr direkt beim Erzeuger kaufen) usw.
Im Sommer gibt es Salat aus dem Garten, in der Übergangszeit gekauften Salat oder/und Wildkräutersalat.

Garten- und Wildkräuter habe ich im Garten. Für den Winter habe ich zur Erntezeit getrocknet oder eingefroren.

Eier halten sich viel länger als auf der Packung steht. Milchprodukte, wie Quark und Schmand ebenfalls.
Milch habe ich als H-Milch im Keller als Reserve. In letzter Zeit kann ich aber auch Rohmilch direkt bei uns im Dorf kaufen. Die kaufe ich seither tatsächlich öfter als nur 1x im Monat. Daraus lässt sich dann Joghurt und Frischkäse herstellen, was ich deshalb nicht extra kaufen muss.

ganz kurz zur Selbstversorgung

Zitat Anja: „Planst du dann auch immer ein, was bis dahin im Garten reif ist? Klappt das immer?“

Naja, ich habe schon im Blick, was ich im Garten habe, was reif ist oder was bald reif wird. Das kann ich ja dann einplanen. Finde ich nicht schwierig.


Die Art des Kochens, der Vorratshaltung und der Essenplanung hat sich so über Jahre entwickelt. Es war ein Prozess und wird sich sicherlich auch weiterentwickelt. Was gut läuft, bleibt, was sich nicht bewährt, kann man ja auch ändern. 😉

Ach ja, mein Einlaufstag ist nich der erste Tag im Monat. Der ist irgendwann wenns passt und eben notwendig ist.

3 Kommentare zu „FAQs zu meinem Essenplan, zur Vorratshaltung und zum Einkaufen

  1. Ich nutze auch bei Blätter und Stiele vom Kohlrabi und den Strunk vom Brokkoli. Mit erstaunen habe ich in den letzten Jahren gelernt, was man alles noch zusätzlich kochen kann und damit den Abfall reduziert.

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  2. Hallo Sibylle,
    wow, das nenne ich eine prompte und ausführliche Antwort 🙂
    Vielen Dank für die Erklärungen!
    Das mit dem Käse und Joghurt nach Bedarf aus Milch aus dem Ort herstellen, hat natürlich was und macht einen unabhängiger vom Einkaufen. Wir haben bisher nur Ziegenfrischkäse aus Ziegenmilch zubereitet, aber das war schonmal sehr lecker!
    Ansonsten verstehe ich jetzt besser, wie du das machst mit dem Vorbereiten und so weiter. In einer Stadtwohnung ist das natürlich schwieriger, so viel Platz zum Einfrieren und Lagern haben wir nicht. Aber was man hat, sollte man nutzen. Die Sachen, die bei uns möglich sind, machen wir sehr ähnlich – große Portionen vorkochen und teilweise einfrieren, die Einkaufsliste kontinuierlich befüllen, Milchprodukte auch länger als das MHD verwenden.
    Scheint also so, als seien wir auf dem richtigen Weg =)
    Seit deinem Brennnessel-Artikel reizt es mich, das auch mal auszuprobieren …
    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir!
    Anja

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